Warum Sie als Bewerber Excel lieben sollten

Warum Sie als Bewerber Excel lieben sollten

Mussten Sie bei einem Vorstellungsgespräch schon einmal eine Excel-Aufgabe lösen?

Haben Sie sich dabei vielleicht gefragt:

„Ist das jetzt ein neuer Auswahltest?“

So falsch muss der Gedanke garnicht sein.

In den meisten Fällen wollen Ihre Gesprächspartner nur Ihre fachlichen Fähigkeiten überprüfen.

Täuschen Sie sich aber nicht! Ihre Gesprächspartner erfahren viel mehr über Sie, als nur die Tatsache, ob Sie z.B. eine Tabelle formatieren können.

Und wenn die Firmen Sie bewußt beobachten, sparen sie noch viel Geld dabei (lizensierte Auswahltests können bis vierstellige Eurosummen kosten).

Ich habe in den vergangenen Monaten in mehreren Kursen Excel geschult. Nach einiger Zeit konnte ich meine Schüler in Typen einteilen:

Der Experte

ist erfahren im Umgang mit dem Programm, er löst die gestellten Aufgaben und freut sich, wenn er mit seiner Lösung den Mitschülern helfen kann

Der sachlich-introvertierte Typ

löst die Ausgabe so schnell wie der Experte, arbeitet systematisch Schritt für Schritt. Den anderen Schülern hilft er jedoch erst dann, wenn er darauf angesprochen wird.

Der narzisstische Typ

ist meist auch ein guter Fachmann, prahlt aber mit seinem Wissen. Er kann es nicht vertragen, wenn andere Personen in der Gruppe mindestens genau so gut sind wie er.

Der Chaot

ist fachlich meist garnicht so schlecht. Er beginnt mit der Aufgabenlösung aber überstürzt, verzettelt sich. Soll er sein Wissen weitergeben, kann keiner seinen hastigen Erklärungen folgen.

Der nervige Typ

bemüht sich nicht um einen eigenen Lösungsansatz, sondern macht sein ganzes Umfeld verrückt. Hat wenig Ausdauer bei der Lösungssuche.

Der zögerliche Typ

zweifelt an seinen eigenen Fähigkeiten, geht unsicher an die Aufgabenlösung heran. Er muss sich überwinden, Kollegen um Hilfe zu bitten.

Der resignierte Typ

sobald er die Aufgabe sieht, winkt er ab und sagt: „Das kann ich nicht“. Er versucht erst garnicht, eine eigene Lösung zu entwickeln und bittet auch nicht aktiv um Hilfe.

Jetzt setzten Sie sich einmal gedanklich auf den Stuhl Ihrer Gesprächspartner und überlegen:

„Welchen der vorgestellten Typen würden Sie einstellen?“

Die Antwort wird je nach Position und Verantwortungsbereich wahrscheinlich verschieden ausfallen.

In einem bin ich mir aber sicher:

Unternehmen suchen Mitarbeiter, die Probleme eigenständig lösen können.

Die Arbeitswelt ist heute so vielfältig, dass neue Mitarbeiter nur selten die ganz speziell benötigten Kenntnisse mitbringen. Und selbst wenn sie diese haben – in wenigen Monaten stehen die nächsten Herausforderungen an.

Daher sind Initiative und Ideenreichtum gekoppelt mit Hartnäckigkeit und Ausdauer langfristig wichtiger als ein schmales Fachwissen.

Ich hoffe, diese Antwort gibt auch den Berufsanfängern Mut, die sich sehr oft selbst wenig Chancen geben.

Sollten Sie beim Vorstellungsgespräch an einen Computer gebeten werden und Ihnen wird eine Aufgabe in Excel gestellt, bleiben Sie ruhig.

Excel wird in wahrscheinlich allen Unternehmen angewandt, für viele Tätigkeiten ist es zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Es ist also legitim, dass man erfahren will, wie gut Sie darin sind. Aber Sie wissen jetzt auch, dass man in den nächsten Minuten sehr viel mehr über Sie erfahren wird.

Daher:

  • Gehen entschlossen, ohne Unsicherheiten zu zeigen, an den Arbeitsplatz.
  • Machen Sie sich die Aufgabenstellung kurz klar, erst dann fangen Sie erst an zu arbeiten.
  • Lösen Sie die Aufgabe „nach besten Wissen und Gewissen“.
  • Kommen sie nicht weiter, sagen Sie das klar und experimentieren nicht kopflos herum.
  • Stellen Sie sich auf Nachfragen ein!

Viel Erfolg, denn – Scheitern ist keine Option!

failure is not an option

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.