Schon im sicheren Hafen?

Im sicheren Hafen?

Im sicheren Hafen?

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben – jetzt kann doch nichts mehr passieren!?!

Aber zumindest in Deutschland gibt es die Probezeit.

Wie der Name sagt, sollen in dieser Zeit die letzten Zweifel ausgeräumt werden. Bei beiden Seiten.

Warum ich „beide Seiten“ betone?

In der Probezeit haben sowohl der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer verkürzte Kündigungsfristen. Der Arbeitgeber hat zudem den Vorteil, seine Kündigung nicht begründen zu müssen.

Das macht es den Vertragsparteien leicht, sich sehr schnell wieder zu trennen.

Wie in einer guten Partnerschaft sollten die Bemühungen um Attraktivität nicht nachlassen.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist viel Zeit und Geld in das gegenseitige Werben geflossen:

  • ansprechende Bewerbungsunterlagen
  • ein neues Outfit
  • ein professionelles Foto
  • Zeit für Telefon- oder Viedeo-Interviews
  • mindestens ein persönliches Vorstellungsgespräch mit den entsprechenden Reisekosten
  • der Bewerber hatte vielleicht Mühe, „unauffällig“ Urlaub für diesem Termin zu nehmen
  • häufig ein Auswahlverfahren (dazu werde ich noch einen gesonderten Artikel veröffentlichen) – dem Arbeitgeber kostet es Geld und dem Bewerber Nerven

Der neue Arbeitnehmer hofft, nun eine Firma gefunden zu haben, in der er sich in den kommenden Jahren entwickeln kann. Zugleich möchte er natürlich auch seinen Lebensunterhalt verdienen.

Der Arbeitgeber wiederum erwartet, dass der neue Kollege schnell und selbständig die Aufgaben erledigt, zu deren Lösung man ihn ausgesucht hat. Zugleich hofft man auch auf frische Impulse, neuen Schwung unter den Mitarbeitern:

  • aus den Erfahrungen in anderen Unternehmen bei Berufserfahrenen
  • aus dem frischen Wissen aus Schule und Forschung bei Berufsanfängern

Soweit die Theorie

Wird die Praxis immer diesen Ansprüchen gerecht?

Fangen wir beim Arbeitgeber an:

Sind sie der direkte Vorgesetzte?

Dann sollten Sie bei aller dienstlichen Belastung dem neuen Mitarbeiter das Gefühl geben, dass auch Ihnen der erste Tag des neuen Mitarbeiters sehr wichtig ist.
Denken Sie bitte daran, es gibt:

  • „dringende“ Aufgaben
  • und es gibt „wichtige“ Aufgabe

Oft gibt man den „dringenden“ Aufgaben den Vorzug gegenüber den „wichtigen“. Haben Sie das auch schon einmal bereut?

Der Empfang und die Einarbeitung eines neuen Mistarbeiters sollte nicht nur aus Höflichkeit eine „wichtige“ Aufgabe für Sie sein!

Ein neuer Mitarbeiter kommt mit einer hohen Leistungsbereitschaft zu Ihnen. Seine Leistungsfähigkeit dagegen ist in der Regel noch gering.

Für eine Führungskraft ist es aber die leichteste Aufgabe, die Leistungsfähigkeit zu steigern, wenn die Leistungsbereitschaft hoch ist.

Daher sollte die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters für Sie eine sehr hohe Priorität haben!

Machen Sie den neuen Mitarbeiter zu einem zukünftigen Leistungsträger.

Schauen Sie also kritisch in Ihren Kalender und streichen Sie weniger wichtige bzw. dringliche Termine.

Denken Sie aber nicht nur an den ersten Tag.

Haben Sie schon die Termine sowohl für das Probe-Halbzeit- sowie für das Probezeit-End-Gespräch fixiert?

Der erste Arbeitstag des neuen Arbeitnehmers

Sie sind bestimmt etwas aufgeregt. Stehen Sie an diesem Tag etwas eher auf. Es macht keinen guten Eindruck, gleich unpünktlich zu sein.

Begrüßen Sie Ihre neuen Kollegen freundlich und aufgeschlossen. Etwas Zurückhaltung wird in der Regel geschätzt.

Wenn sich für Sie in den vergangenen Tagen noch einige Fragen ergeben haben, sollten Sie sich diese notiert haben. Erkundigen Sie sich, wer für deren Lösung zuständig ist. So haben Sie gleich die ersten wichtigen Kontakte geknüpft.

Besonders schwierig ist es, wenn Sie eine Führungsposition übernehmen.

Sie werden von Ihren neuen Mitarbeitern sekundenschnell taxiert. Danach „stecken“ Sie erst einmal in einer „Schublade“.

Es gilt, das richtige Gleichgeweicht zwischen Freundlichkeit und professioneller Distanz zu finden.

Was sollten beide Parteien in der Probezeit beherzigen?

Kommunizieren Sie sehr frühzeitig, wenn die ersten Ergebnisse und Erlebnisse von den Erwartungen abweichen!

Hier hat besonders der Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Der Arbeitnehmer sieht sich in der Regel in einer eher unterlegenen Position.

Ergründen Sie gemeinsam die Ursachen von Misserfolgen:

  • War es fehlendes Fachwissen?
  • Unkenntnis der betrieblichen Besonderheiten?
  • Mangelnder Willen?
  • Oder einfach ein Missverständnis?

Je früher und klarer Probleme angesprochen werden, umso leichter lassen sich diese lösen. Und der Prozess ist weniger schmerzhaft für beide Seiten.

Ideal für Sie als  den neuen Arbeitnehmer ist es, wenn Sie eine Vertrauensperson im Unternehmen haben.

Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie sich diese Person im Bekanntenkreis. Scheuen Sie sich auch nicht vor einer professionellen Unterstützung, es kann für Sie um sehr viel gehen.

Wenn Unternehmen einen Personaldienstleister einbezogen haben, bietet es sich an, diesen moderierend die Probezeit begleiten zu lassen.

Lassen wir die Probezeit anlaufen und warten die ersten Ergebnisse ab!

Genießen Sie inzwischen das schöne Frühlingswetter und die vor uns stehenden Feiertage. Ich werde am 1. Juni den nächsten Artikel veröffentlichen.

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