Initiativbewerbung – ein Nachtrag

Initiativbewerbung - ein Nachtrag

Initiativbewerbung – ein Nachtrag

„Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt“

soll Clausewitz gesagt haben.

Mein Feindkontakt war vergangene Woche ein Infekt.

Dadurch fühlte ich mich nicht in der Lage, den geplanten Artikel zu schreiben. Ich hatte Ihnen ja einen „heißen Tipp“ für den Endspurt in der Bewerberwahl versprochen. Aber da ich Ihnen keinen schnell „zusammengeschriebenen“ Beitrag anbieten will, habe ich  meinen Plan geändert.

Lieber ein kurzer Artikel als ein schlechter Artikel.

Die Idee zu dem heutigen Thema fiel mir zufällig vor die Füße. In einem Internetforum entzündete sich nochmals die Diskussion zu den Initiativbewerbungen. Sie erinnern sich bestimmt an meine Empfehlung für dieses Instrument in meinem Artikel „Aber ich will doch nicht Klinken putzen“.

Der Tenor vieler Beteiligter im Forum war aber recht skeptisch. Ich stehe weiterhin zu meiner Empfehlung.

Mir ist aber in der Diskussion deutlich geworden, dass wahrscheinlich nicht alle Bewerber die gleiche Vorstellung von Initiativbewerbungen haben.

Um es auf dem Punkt zu bringen:

Ich empfehle die Initiativbewerbung, rate aber auch von Blindbewerbungen ab.

Als Blindbewerbung bezeichne ich das Versenden von (fast) identischen Bewerbungsunterlagen nach dem Gießkannenprinzip. Statt überlegt zu suchen, werden Anschriften aus irgendwelchen Adressverzeichnissen genommen. Bei allen Firmen stellt sich der Suchende mit den gleichen Eigenschaften vor.

Wer in dieser Art Firmen anschreibt, wird wirklich kaum Erfolg haben und die Verantwortlichen eher verärgern.

Für eine erfolgversprechende Initiativbewerbung müssen Sie ebenso viel Zeit einplanen wie für eine Bewerbung auf eine Stellenausschreibung.

Egal ob Sie im Internet recherchieren oder sich in Ihrem Netzwerk umhören – suchen Sie nach folgenden Anknüpfungspunkten:

  • Was sind typische Tätigkeitsfelder?
  • Was fällt ihnen zu den Produkten und Technologien ein?
  • Wohin entwickeln sich die Firmen?
  • Welche Personen arbeiten dort, kennen Sie eventuell einige von ihnen?
  • Was berichten Ihre Bekannten über diesen Arbeitgeber?
  • Wer entscheidet über Personalfragen?
  • Ist das Unternehmen eher innovativ oder konservativ ausgerichtet?
  • Hat das Unternehmen seit Jahren eine stabile Führung oder sind häufige Wechsel die Regel?

Aus all diesen Informationen formulieren Sie ein individuelles Anschreiben für jedes einzelne Zielunternehmen (siehe auch „Der Mythos vom perfekten Anschreiben“).

Den Lebenslauf passen Sie ebenso an das konkrete Unternehmen an. Meine Empfehlungen dazu können Sie im Artikel „Endlich die Bewerbung starten – der CV-Check“ nachlesen.

Falls ich Sie immer noch nicht ganz vom Nutzen einer Initiativbewerbung überzeugen konnte, hier noch ein Vergleich aus der Wirtschaft:

Alle erfolgreichen Firmen haben zum Verkauf Ihrer Produkte einen Außendienst. Dessen Aufgabe ist es, schon vor Ausschreibungen Bedarfe zu ermitteln und die Eigenschaften der Produkte vorzustellen.

Sie bewegen sich mit Ihrer Bewerbung ebenfalls auf einem Markt – dem Arbeitsmarkt. Und wenn Sie nicht erfolgreich sein wollten, hätten Sie wahrscheinlich diesen Artikel nicht zu Ende gelesen.

Fassen Sie einfach einmal Mut! Probieren Sie Initiativbewerbungen zuerst an Firmen, die Ihnen nicht so wichtig sind.

Über Berichte zu Ihren Erfahrungen würde ich mich freuen. Mein Angebot vom 23. Februar an alle Kommentatoren zum kostenlosen Bewerbertraining ist immer noch gültig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.