Es kann nur einen geben

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Meist geht es bei Stellenbesetzungen zu wie beim Film „Highlander“

„es kann nur einen geben“.

Wenn nicht gerade mehrere gleichrangige Positionen zu besetzen sind, heißt das also, dass Sie der zweitbeste Kandidat seien können, trotzdem aber kein Vertragsangebot erhalten.

Wie oft im Leben hilft es dann, erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen. Nehmen Sie sich danach die Zeit, den Ablauf des Bewerbungsverfahrens gedanklich zurückzuverfolgen.

An welcher Stelle ist die Entscheidung gegen Sie gefallen?

Wegen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes (AGG) werden Sie leider kaum eine (ehrliche) Auskunft von den Entscheidern selbst erhalten. Sie müssen also selbst versuchen, sich eine Antwort zu erarbeiten. Es kann auch helfen, mit einer dritten Person darüber zu sprechen. Gut ist es, wenn sich Ihre Vertrauensperson in der Branche, vielleicht sogar im Unternehmen auskennt.

Ein wichtiger Hinweis zu Beginn: Bei aller Enttäuschung – nehmen Sie die Absage nicht zu persönlich.

Sie sind bis in die letzte Runde des Auswahlverfahrens gekommen – also waren Sie potentiell für die Position geeignet. Egal ob Sie nach dem ersten oder zweiten Gespräch abgelehnt wurden – kein Unternehmen investiert Zeit und Geld und lädt Sie ein, wenn Sie nicht ernsthaft für die Aufgabe infrage gekommen wären.

Woran kann es dann liegen, dass Sie nicht den „Pokal nach Hause gebracht haben“?

1. Ein anderer Bewerber vereinigte noch mehr der gesuchten Eigenschaften auf sich.

Wenn das z.B. einige Jahre Berufserfahrung mehr sind, dann ist das ein Fakt, an dem Sie nichts ändern konnten. Es trifft Sie also keine persönliche Schuld.

2. Der „Sieger“ war fachlich besser geeignet.

Hier sollten Sie selbstkritisch analysieren: Hätten Sie auf einige Fragen besser antworten können? Wurde nach Fakten gefragt, die Sie hätten wissen müssen? Die für die ausgeschrieben Aufgabe wichtig waren? Haben Sie es wirklich nicht gewusst oder haben Sie sich nur schlecht ausgedrückt?

Bei der ehrlichen Beantwortung dieser Frage werden Sie wahrscheinlich Reserven entdecken, die Sie im nächsten Anlauf für eine vergleichbare Stelle erschließen müssen!

3. Es hat einfach die „Chemie“ mit der endgültig entscheidenden Person nicht gestimmt.

Das habe ich schon in meiner persönlichen Bewerbungspraxis erlebt. Im Erstgespräch entstand eine sehr gute Stimmung mit den Gesprächspartnern, die geplante Zeit wurde weit überschritten. Mir wurde noch mein möglicher zukünftiger Arbeitsplatz gezeigt. Dabei wurde ich auch schon den Anwesenden vorgestellt. Vor dem Vertragsabschluss gab es aber noch ein weiteres Gespräch mit dem übergeordneten Vorgesetzten. Er war ein deutlich kühlerer Typ. Ich merkte schon im Gespräch – so richtig springt der Funke nicht über. Ehrlich gesagt, die einige Tage später übermittelte Absage hat mich dann nicht mehr überrascht.

Was kann man in diesem Fall machen? – Nichts! Abhaken, weitermachen.

4. Die folgende Frage zur Ursachenforschung überrascht Sie vielleicht:
„Haben Sie die Stelle wirklich gewollt?“

Bestimmt denken Sie jetzt- „Was soll die Frage, sonst hätte ich mich doch nicht beworben!?“

Aber seien Sie ehrlich zu sich: Wollten Sie unbedingt in diesem Unternehmen, auf diesen Arbeitsplatz, in dieser Branche arbeiten? Oder brauchten Sie einfach einen Job, um Geld zu verdienen? Das ist kein schlechtes Motiv, lässt Sie aber blasser erscheinen, als die Kandidaten, die für die Stelle „brennen“.

Rückblickend beobachten Sie vielleicht auch, dass Sie zu Beginn des Bewerbungsverfahrens die Frage unbedingt mit „JA“ beantwortet hätten. Mit fortschreitender Zeit haben Sie aber bemerkt, dass in dem Unternehmen auch nur „mit Wasser gekocht wird“. Damit hat, von Ihnen noch nicht bewusst realisiert, die Motivation für die Stelle nachgelassen.

Wie sollten Sie mit den Ergebnissen Ihrer Überlegungen umgehen?

Keinesfalls der Stelle „hinterher-telefonieren“!

Ich meine damit, aufdringlich nach Gründen zu fragen oder gar zu versuchen, die Entscheider umzustimmen. Das lässt Sie nicht professionell erscheinen. Sie machen sich nur als „Nervensäge“ einen schlechten Namen.

Sollten Sie überhaupt reagieren?

Auf diese Frage möchte ich keine allgemeingültig Antwort geben.

Sofern man Sie telefonisch benachrichtigt, bemühen Sie sich um Fassung und verabschieden sich mit freundlichen, unverbindlichen Worten.

Benachrichtigt man Sie schriftlich, empfehle ich nur zu antworten, wenn Sie eine engere persönliche Beziehung zu der Person aufgebaut haben. In diesem Falle finde ich solche Formulierungen wie „Sie können mich gern wieder ansprechen“ als zu anbiedernd.

Strahlen Sie Selbstbewusstsein aus – Sie gehen Ihren Weg weiter!

Es gibt viele weitere für Sie interessante Unternehmen. Das Sie ein neues Jobangebot des Unternehmens erneut prüfen würden, schließen Sie damit ja nicht aus. Aber Sie sind nicht davon abhängig!

Denn eine überraschende Wendung hält die Zukunft vielleicht noch für Sie bereit – der ausgewählte Stelleninhaber tritt die Stelle nicht an oder er scheitert in der Probezeit.

Da Sie durch Ihr selbstbewusstes und professionelles Verhalten die Brücken zum Unternehmen nicht abgebrannt haben – jetzt können Sie Ihre Chance doch noch wahrnehmen!

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