Energiespeicher – Basis und Chance der Energiewende

Am 11. September 2014 hatte ich die Gelegenheit, am 10. Innovationstag der GWT-TUD GmbH teilzunehmen.

Das Thema lautete

„Energiespeicher – Basis und Chance der Energiewende“

Gleich vorab: Ich habe in den letzten Jahren häufig an ähnlichen Veranstaltungen teilgenommen. Aber nur selten habe ich ein vergleichbar hohes und ausgeglichenes Niveau aller Vorträge erlebt.

Die Agenda der Veranstaltung habe ich Ihnen hier zur Verfügung gestellt: Agenda 10. Innovationstag „Energiespeicher – Basis und Chance der Energiewende“

Ich möchte die fachlichen Inhalte hier nicht im Einzelnen wiederholen, dass würde auch den Rahmen meiner Webseite sprengen. Die Mehrzahl der Redner haben Ihre Präsentationen freigeben, diese liegen mir vor.

Was waren für mich interessante, manchmal auch neue bzw. überraschende Erkenntnisse aus der Veranstaltung?

  • Es ist erfreulich, auf welcher Breite in Sachsen an den Themen zur Energiespeicherung geforscht wird. So hat sich u.a. mit dem CSSI „Combined Storage Systems Integration“ ein interdisziplinäres Forschungscluster gegründet.
  • Spricht man im Bekanntenkreis über Energiespeicher, denken die meisten Menschen spontan an Batterietechnologien. Mit Technikenthusiasten diskutiert man dann auch schon über die Wasserstofftechnologie, hier fällt gern das Stichwort „Power to Gas“. Besonders der Vortrag von Herrn Dr. Robin Langebach lenkte die Aufmerksamkeit aber auch auf die Möglichkeiten der „Thermischen Speicher“.
  • Der Vertreter von Siemens, Herr Uwe Lenk, überraschte die Teilnehmer mit der Aussage, dass sein Unternehmen nach dreijähriger Prüfung noch nicht den geschäftlichen Durchbruch bei Speichertechnologien sieht. In näherer Zukunft denkt man eher an Lösungen zur intelligenten Vernetzung der Energieerzeuger und -verbraucher (Smart Energy).
  • Wer hat sich nicht schon einmal über einen leeren Handy-Akku zur falschen Zeit geärgert? Energiesparen hat nicht nur für Unternehmen und Haushalte Bedeutung! Herr Prof. Aßmann forscht über energieeffiziente Softwareanwendungen. Schon heute könnte man Apps (wie bei Haushaltsgeräten üblich) nach ihrem Stromverbrauch klassifizieren und entsprechend bewerben.
  • Die Wasserstofftechnologie ist technisch in vielen Bereichen schon anwendungsbereit. Dem breiten Einsatz steht aber noch die fehlende Wirtschaftlichkeit im Wege. Bei entsprechenden Investitionen gibt es oft das „Henne-Ei-Problem“ (sinkende Kosten bei weiterer Verbreitung und umgekehrt). Aber der Technik-Freak kann sich schon die Wasserstoff-Kartusche für die Brennstoffzelle in der Hosentasche kaufen! Ebenso war mir noch nicht bekannt, dass in Logistik-Zentren schon mit Brennstoffzellen betriebene Gabelstapler im Alltagseinsatz sind.
  • Als Luftfahrtinteressierter war ich auf die Firma „sunfire“ gespannt, die u.a. an Lösungen für die Herstellung synthetischer (Flugzeug-)Kraftstoffe arbeitet. Leider gibt es auch hier noch das Problem der Wirtschaftlichkeit, ein großer Industriepartner hält sich gegenwärtig sehr bedeckt mit verbindlichen Zusagen.
  • Dresden geht mit gutem Beispiel voran, es entsteht ein 2,7MWh Batteriespeicher in Reick, der 02/2015 in Betrieb gehen wird!
  • Herr Prof. Patzelt sprach über die Notwendigkeit, die Herausforderungen der Energiewende gesellschaftlich zu begleiten. Hier beklagte er eine tendenzielle Technikferne in den Leitmedien und das verbreitete Phänomen „NIMBY“ (Not In My Back Yard – Nicht in meinem Hinterhof) bei vielen der an den Auseinandersetzungen Beteiligten.

Welche Fragen blieben für mich offen:

  • Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und  Wissenschaft wird oft dadurch erschwert, dass die typischen Unternehmen in Sachsen wenig Finanzkraft für eine langfristige Forschung haben. Die Forschungspartner wollen langfristig und gründlich entwickeln, die Unternehmen wünschen sich kurzfristig anwendungsbereite Lösungen, mit denen man Gewinn erzielen kann.
  • Es fehlen noch Alltags-Anwendungen, die dann auch Arbeitsplätze in größerer Zahl schaffen werden. Wenn die Menschen in ihrem persönlichen Umfeld anwendungsbereite und bezahlbare Speichertechnologien erleben, wird wahrscheinlich auch die Akzeptanz der „Energiewende“ steigen. Ich habe die Firma ed energie.depot GmbH aus Radeberg als einzigen Aussteller im Rahmenprogramm wahrgenommen, der hier schon Lösungen anbietet.
  • Aus meiner Kenntnis repräsentierten die am Innovationstag Beteiligten nicht die gesamte Breite der aktuellen Entwicklungen. So gab es z.B. keinerlei Aussagen über die Aktivitäten zur Litium-Ionen-Entwicklung im Raum Kamenz.

Wie wird sich die Energiespeicher-Technologie weiter entwickeln, wie sehen die „options“ in und für Sachsen aus:

 

  • Welche hier nicht aufgeführten Aktivitäten und Unternehmen kennen Sie?
  • Wo werden neue Mitarbeiter gesucht?
  • Welches Know-how fehlt noch?
  • Welche Kenntnisse werden in Zukunft gefragt sein?

Gibt es vielleicht schon eine „Gründer-Szene“ auf diesem Gebiet? – Ich würde gern darüber berichten!

4 thoughts on “Energiespeicher – Basis und Chance der Energiewende

  1. Schon an Wasserstoff gedacht ??

    Der Wasserstoff Booster für alle fossilen Brennstoffe, … Ersparnis bis 20 %….. will natürlich kein Gasversorger oder Ölhändler… schon gleich garnicht die Tankstelle

    Wasser ist die Kohle der Zukunft…. nach Jules Verne, die Elektrolyse bringt´`s den Booster mit HHO

    Einfach anfragen

    Gruß Frank

  2. Wasserstoff speichern ?? Knallgas …. lieber dosiert verbrauchen,

    die aktuelle H 2 Technik setzt erst ein , wenn der Fossile Energieträger schon arbeitet … dann kommt mit Elektrolyse der Wasserstoff+ Sauaerstoff … HHO Gas dazu, somit wird die Speichertechnik umgangen….. jedes auto hat seine Batterie als Elt speicher , und für die HZG ist zu mindest in Deutschland imm eine Elt Netz verfügbar

    speichertechnik dauert noch Jahre , geht aktuell nur als Power To Gas mit aufarbeitung zu Methan …. dies Infrastruktur ist vorhanden… aber nur im großen Maßstab realisierbar

    … tolle CO2 Senke für unsere Braunkohle… aber politsch gewollt , aber nicht umsetzbar

    also Geduld

    Gruß Frank

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