Ein heißes Eisen – die Zeitarbeit

Heißes Eisen - die Zeitarbeit

Wenn ich mit Bewerbern über aktuelle Jobchancen am Arbeitsmarkt spreche, gibt es ein Thema, bei dem die Emotionen sehr schnell „hochkochen“:

die Zeitarbeit

Schnell werden sehr pauschal schlechte bis herabwürdigende Einschätzungen geäußert.

Meiner Meinung nach ist das Thema zu komplex, um es in einem Artikel von allen Seiten zu beleuchten.

Auch ich bin mit dem hohen Anteil (zumindest in meiner Heimatregion) der über Personaldienstleister ausgeschriebenen Stellen am Gesamtarbeitsmarkt unzufrieden. Ich kenne auch Berichte über negative Erfahrungen im Arbeitsalltag.

Ich wende mich aber gegen Verallgemeinerungen, Pauschalurteile und Halbwissen. Nicht nur, weil ich selber einige Jahre in dieser Branche gearbeitet habe, möchte ich auch hervorheben:

Es gibt viele Menschen, die in bester Absicht und mit hohem persönlichen Einsatz zum Wohl Ihrer Mitarbeiter in den Unternehmen der Zeitarbeits-Branche tätig sind.

Die Rahmenbedingungen setzt unsere Gesellschaft mit Gesetzen. Sollte sich einer der Akteure nicht daran halten, müssen die Betroffenen den Klageweg gehen und sollten nicht an Stammtischen meckern.

Wie gesagt, mich beschäftigt das Thema auch sehr. Fortschritte sind wichtig für den sozialen Frieden in der Gesellschaft und eine hohe Motivation der Mitarbeiter in den Unternehmen. Dazu werde ich in weiteren Artikeln schreiben.

Heute möchte ich mich darauf beschränken, die Möglichkeiten zu beschreiben, die sich für Sie als Bewerber durch die Zeitarbeit ergeben.

Nutzen Sie die Unternehmen der Personaldienstleistung als „Multiplikator“.

Egal, welche Tätigkeitsbezeichnung auf der Visitenkarte Ihres Gesprächspartners steht (Personalreferent, Sales Consultant o.ä.) – eine seiner Hauptaufgaben ist die Akquisition neuer Aufträge. Daher pflegt und baut er ständig seine Kontakte zu den Unternehmen in Ihrer Region aus.

Hat er einen passenden Auftrag erhalten, dann braucht er Sie – den geeigneten Bewerber.

Sollte er Ihnen schneller eine Tätigkeit anbieten können, als Sie selber erfolgreich waren – dann schlagen Sie ein. Treten Sie danach nicht unwillig oder halbherzig auf. Pflegen Sie Ihr Image als das eines fleißigen Mitarbeiters, der sich sehr schnell einarbeiten kann.

Schon unsere Großmüttter sagten: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“

Für Sie ergeben sich jetzt zwei Optionen:

  1. Die Auftragslage im Unternehmen entwickelt sich weiter gut und Sie können sich einen guten Stand bei Vorgesetzten und Kollegen erarbeiten. Dann besteht die Chance auf eine Übernahme.
  2. Keiner verbietet Ihnen, sich parallel zur Tätigkeit weiter aktiv am Arbeitsmarkt zu bewerben.
    Es wird ihnen sogar leichter fallen. Sie haben ja eine Tätigkeit und Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld „zählt nicht weiter herunter“. Schauen Sie in Ihren Arbeitsvertrag – dort steht die Kündigungsfrist, mit der Sie einem neuen Arbeitgeber zur Verfügung stehen können.

Übrigens: eine Tätigkeit auch bei einem Personaldienstleister wirkt auf Ihrem Lebenslauf besser als eine lange Lücke der Arbeitslosigkeit. Schließlich haben Sie in dieser Zeit Ihre Berufserfahrungen erweitert und Neues gelernt. Die Kenntnisse auf Ihrem Fachgebiet befinden sich somit auf dem aktuellen Stand.

Zwei Nachbetrachtungen:

1. Leider ist es so, dass häufig sehr viele der veröffentlichen freien Stellen über Zeitarbeitsunternehmen angeboten werden. Darüber zu klagen bringt Sie aber nicht weiter.

Seien Sie ehrlich mit sich selbst und fassen Sie den Mut, initiativ Firmen anzusprechen, die gegenwärtig keine Stellen veröffentlicht haben. Das heißt nicht zwangsläufig, dass Sie dort keine Stelle finden könnten. Aber Sie müssen sich selbst verkaufen, dass fällt nicht jeden leicht.

Lesen Sie dazu auch nochmals meine Artikel zu den Initiativbewerbungen.

2. Seien Sie ein höflicher, aber selbstbewußter Mitarbeit, der seine Rechte kennt. Diese können Sie dem „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG)“ und den darauf aufbauenden Tarifverträgen entnehmen. Schauen Sie nach, welcher Tarifvertrag in Ihrem Arbeitsvertrag erwähnt wird: der des iGZ „Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.“ oder des BAP „Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister“.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Arbeitsverhältnissen in der Zeitarbeit gemacht?

Wie ist das Verhältnis zwischen Stellenangeboten von Personaldienstleistern und anderen Unternehmen in Ihrer Region?

Ich freue mich auf Ihre Meinungen. Nutzen Sie dazu die Kommentarfunktion. Ich werde jeden sachlich geschriebenen Kommentar freischalten.

Möchten Sie einen individuellen Rat, buchen Sie über meine Kontaktseite einen Termin mit mir. Wir können uns dann in Ruhe zu Ihrem Problem austauschen.

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