Ein Bewerbungsfoto sagt mehr als 1000 Worte

Ken Wagner Photograhy

Ken Wagner Photograhy

Aus meinen Gesprächen mit Kandidaten habe ich immer wieder erfahren, dass große Unsicherheiten bezüglich der Notwendigkeit und der Gestaltung von Bewerbungsfotos bestehen. Ich habe im Artikel „Nie mehr scheitern“ über das Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2006 geschrieben. Spätestens seit diesem Zeitpunkt darf Ihnen kein Arbeitgeber mehr Nachteile daraus entstehen lassen, wenn Sie kein Foto zu Ihrer Bewerbung anfügen. Trotzdem können Sie mit einem guten Bewerbungsfoto Ihre Erfolgschancen deutlich steigern.

Zu dem Thema „Bewerbungsfoto“ habe ich heute Ken Wagner um einen Gastbeitrag gebeten. Er ist seit ca. 3 Jahren selbständiger Fotograf in Dresden und beschäftigt sich u.a. mit der Business- und Porträtfotografie. Alle Fotos für diesen Beitrag hat Herr Ken Wagner freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Herr Wagner, was zeichnet ein gutes Bewerbungsfoto aus?

Und was sind die typischen Fehler, die Sie in Ihrer Praxis bezüglich dieser Fotos erleben?

Vielen Dank, dass ich für Sie einen Gastartikel schreiben darf.
Ein Bewerbungsfoto erzielt häufig den ersten Eindruck einer Bewerbung. Man erkennt auf den ersten Blick, ob sich der Bewerber Gedanken über die Bewerbung gemacht hat. Wichtig zu beachten ist auch, den richtigen Fotografen auszuwählen, der ihnen sympathisch ist. Sie sollten selbstbewusst, sympathisch und präsent auftreten, aber kein falsches Lächeln. Ein falsches Lächeln sehe ich erstaunlich oft bei anderen Fotografen oder Bewerbern. Außerdem sollten sie beim Termin ausgeruht sein und sich wohlfühlen.
Ken Wagner Bewerbungsfoto 01

Ken Wagner Bewerbungsfoto 01

Ich persönlich bevorzuge querformatige Aufnahmen, da diese Bilder in der Masse an Bewerbungen deutlich auffallen. Wiederum, wenn die Person nicht Fotogen ist oder sich vor der Kamera nicht wohlfühlt, sollten Sie vielleicht das Bewerbungsbild weglassen. Jedes Bild muss auf den Betrachter so wirken, als wäre der Gesprächspartner direkt vor ihm.
„Es geht mir um das optimale Bild. Meine Fotos sollen Authentizität und Glaubwürdigkeit, aber auch Ästhetik vermitteln. Sie sollen spannend und freundlich wirken und den Betrachter neugierig machen. Wichtig ist mir, dass meine Porträts einen freundlichen und offenen Eindruck vermitteln.“
Ken Wagner Bewerbungsfoto 02

Ken Wagner Bewerbungsfoto 02

Wichtig in meinen Businessaufnahmen, dass Tageslicht genutzt wird. Es entspannt den Blick, wer kennt das nicht. Man sitzt im Studio und wird 20 mal fotografiert und Nachhinein denkt man sich:“Das soll ich sein?“ Sie müssen sich auf den Bildern und ihr Charakter muss sich in den Bild wieder spiegeln.
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Meine Tipps für die Bewerbungsfotos von Männern:

Sie sollten ihren Bart am Abend vorher rasieren. Es entstehen womöglich Hautrötungen, die auf dem Bild stören könnten. Durch Gespräche mit einer Farbberaterin habe ich auch diverse Tipps bekommen, z.B. :
Bei der Kleidung der Männer:
  • entweder Dunkelblau (bei blauen Augen und einem konservativen Modeverständnis)
  • Anthrazit ist neutral und auch eine hervorragende Trägerfarbe für alle möglichen Krawatten
  • oder Schwarz für den sehr dunkelhaarigen Typ mit progressivem Denken

Zusätzlich zum Thema Krawatte – die Farbe sollte den Träger frisch erscheinen lassen und das Muster seinem Denktyp entsprechen

  • Streifen für den sehr exakten Typ
  • unregelmäßige Streifen oder Grafik für den kreativen Typ
  • Karos für den Analytiker oder Mathematiklehrer
  • Paisleys oder Pünktchen für den intuitiven Typ
  • Repetiermuster (wiederkehrende Muster in Form von Dreiecken, Kästchen etc.) für Business.
Wenn Sie sich mit einer Krawatte sich nicht wohlfühlen, dann lassen Sie sie besser weg. Ihr Unwohlsein bemerkt man in den Bildern. Ein professioneller Fotograf sollte auch Kenntnisse im Bereich der Körpersprache haben. Dadurch kann er Ihnen helfen gewisse Punkte zu beheben, z.B. ein schiefer Kopf oder an den Fingern spielen. Bei einer Buchung meinerseits spreche ich Sie direkt auf ihre Körpersprache an, damit Sie auch bei ihrem Bewerbungsgespräch Erfolg haben.
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Meine Tipps für die Bewerbungsfotos von Damen:

Ken Wagner Bewerbungsfoto 03

Ken Wagner Bewerbungsfoto 03

Frauen sollten bedeckende Kleidung tragen, d.h. Blazer, Hemd (z. B. Weiß) oder ein Kleidungsstück mit einem Kragen, sodass aber kein tiefer Ausschnitt zu sehen ist – BH Farbe passend zum Hemd – Kleidung gebügelt – Farben wie Dunkelviolett, Aubergine, Bordeaux, Petrol, ein etwas helleres Grau, selbst Rot für die Frau mit Präsenz und Selbstbewusstsein.
Zu beachten sind auch das Make-up und die Haare der Frau:
HAARE:
Ken Wagner Bewerbungsfoto 04

Ken Wagner Bewerbungsfoto 04

  • bei führenden, strengeren Berufen, z.B. Geschäftsleitung, Bankkauffrau, Rechtsanwaltsfachangestellte – Haare zusammen (vermittelt Respekt)
Ken Wagner Bewerbungsfoto 05

Ken Wagner Bewerbungsfoto 05

  • bei sozialen Berufen, z.B. Erzieherin, Lehrerin, Bürokauffrau, Managerin für Kommunikation – Haare offen (vermittelt Sympathie & Offenheit)
MAKE-UP – dezent, keine auffälligen Farben, wie grün oder blau – Hauttöne – leichtes braun – leichtes Rouge, Lippenstift sind erlaubt – kein knallendes Rot.
Seien Sie sie selbst, jede Verstellung wird ihr Gegenüber beim Gespräch merken. Verschiedene Tipps erhalten Sie direkt bei mir beim Shooting.
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Ich danke Herrn Wagner für diese Informationen aus der Sicht des Fotografen und die Genehmigung zur Veröffentlichung seiner Bewerbungsfotos. Wer mehr über die Person Ken Wagner erfahren möchte, den empfehle ich das Interview, das er mit Stephan Hösemann von „Vizport“ geführt hat, einem sehr interessanten Unternehmen für 3D-Visualisierungen.

Ken Wagner Photograhy 3

Ken Wagner Photograhy 3

Viel Erfolg in der weiteren Arbeit und immer ein gutes Auge!

In der kommenden Woche schreibe ich wieder persönlich den Beitrag, diesmal beleuchte ich das Thema „Arbeitszeugnisse„. Ist darin wirklich soviel versteckt, wie oft behauptet wird?

Wie immer wünsche ich Ihnen bis dahin eine erfolgreiche Woche und

„Scheitern ist keine Option!“

 

 

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