Das Ziel kommt in Sicht

Das Ziel kommt in Sicht

Das Ziel kommt in Sicht

Wie bestehen Sie im Zweitgespräch?

Den Artikel vor zwei Wochen hatte ich mit einer „Hausaufgabe“ beendet. Sie sollten nach dem ersten Vorstellungsgespräch Ihr Auftreten selbst einschätzen.

Und Sie sollten sich Ihre Fragen für ein Zweitgespräch notieren.

Ich schreibe hier von Erst- und Zweitgesprächen:

Nach meiner Erfahrung ist es sehr selten, dass man dem Bewerber im Erstgespräch eine klare Bewertung gibt, eventuell sofort einen Vertrag anbietet.

Für Sie als Bewerber heißt es also: einigen Stunden oder Tage bangen Wartens. Endlich kommt die Nachricht – man möchte Sie nochmals sprechen.

Jetzt bloß nicht hektisch, aber auch nicht leichtsinnig werden!

Bei jedem Zweitgespräch sind die Uhren wieder „auf Null gestellt“.

In der Regel wissen Sie nicht, ob Sie als einziger Kandidat verblieben sind oder ob das „Ausscheidungsrennen“ weitergeht.

Das Unternehmen wird immer den Schein erwecken wollen – Sie sind nicht der einzige Kandidat.

Sie werden in den Verhandlungen zum Vertrag und Gehalt ja auch andeuten, dass es für Sie noch weitere Alternativen gibt 😉  .

Praxistipp:
Fahren Sie jetzt unbedingt mit ihren Bewerbungsbemühungen so intensiv und ernsthaft fort, als ob es keine Einladung zum Zwiegespräch gegeben hätte!

Warum sollten Sie das tun?

  1. Sie haben erlebt, wie viele Wochen es dauern kann, bis Sie so kurz vor Ihrem Ziel stehen. Scheitern Sie jetzt, müssen Sie diesen Zeitraum erneut einplanen.
  2. Sie werden selbstbewusster verhandeln. Idealerweise haben Sie wirklich ein zweites Angebot. Oder Sie stehen in Verhandlungen. Das wird sich unheimlich positiv auf Ihren Auftritt, auf Ihre Körpersprache auswirken.

Was wird Sie in einem Zweitgespräch erwarten?

Neue Personen:

Zu den Zweitgesprächen kommt oft der Vorgesetzte hinzu, der in der Hierarchie über den Personen steht, mit denen Sie bisher gesprochen haben. Er will die Einschätzung Ihrer Person überprüfen, die von den bisherigen Gesprächspartnern getroffen wurde. Auch ist er oft der Berechtigte, der Ihre Gehaltsforderungen freigeben kann.

Häufig werden Sie erleben, dass zumindest einer der am Erstgespräch Beteiligten wieder anwesend ist. Daraus folgt mein nächster

Praxistipp:

Diese Person ist (wie es im Erstgespräch der Mitarbeiter der Personalabteilung war) Ihr heimlicher Verbündeter. Er wünscht sich, dass sein Vorgesetzter zu der gleichen positiven Einschätzung Ihrer Person kommt wie er selbst. Der gegenteilige Fall schadet seinem Ansehen.

Weiter zu den möglicherweise beteiligten Personen:

Sollte es nicht schon im Erstgespräch passiert sein, kommt jetzt die „Stunde der fachlichen Prüfung“. Dementsprechend werden Fachleute hinzugezogen, die Ihnen „auf den Zahn“ fühlen werden.

„Alter“ Auftritt:

Ganz wichtig!

Bleiben Sie auch im Zweitgespräch so, wie man Sie im ersten Vorstellungsgespräch erlebt hat.

Alles andere würde nur Verwunderung hervorrufen. Und Sie würden damit Ihre Verhandlungsposition schwächen.

Natürlich dürfen sich auch Ihre Angaben bezüglich Ihres beruflichen und persönlichen Lebensweges nicht verändern.

Und bleiben Sie selbstbewusst bei Ihren einmal geäußerten Gehaltsvorstellungen!

Noch ein Hinweis aus meinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einstellenden Unternehmen:

Auch wenn Sie der einzige verbliebene Kandidat sein sollten: die Firmen verzichten lieber auf ein Vertragsangebot als das sie einen Mitarbeiter einstellen, von dem sie nicht überzeugt sind.

In diesem Fall eröffnen sie lieber eine zweite Runde der Kandidatensuche. Alternativ wird geprüft, ob die Arbeitsaufgabe nicht auch z.B. durch organisatorische Änderungen gelöst werden kann.

Häufig sichern die Unternehmen Ihre Entscheidungen durch Eignungstests ab. Diese können auch schon vor dem Zweitgespräch oder parallel dazu angesetzt sein.
Das Angebot solcher Tests, häufig auch als Assessment Center bezeichnet, ist riesig. Auch ihre Aussagekraft schwankt extrem. Um Ihnen wenigsten ansatzweise eine Orientierung zu geben, werde ich dazu einen eigenständigen Artikel schreiben.

Welches Ergebnis können Sie von Ihrem Zweitgespräch erwarten?

Bei dieser Frage habe ich darüber nachgedacht, ob ich Ihnen eine Antwort in Zahlen geben kann. Aber mir fiel es schwer, mich auf ein konkretes Verhältnis festzulegen. Erlebt habe ich viele „Abschluss-Varianten“, die ich in 3 typische Abläufe einteile würde:

  1. Dem Kandidaten wurde ein unterschriftsreifer Arbeitsvertrag übergeben oder dessen Zusendung zugesagt
  2. Der Bewerber wurde freundlich, aber ebenso unverbindlich wie nach dem Erstgespräch verabschiedet
  3. In einem ausführlichen Rundgang wurde der Betrieb und der spätere Arbeitsplatz vorgestellt (aber auch in diesem Fall habe ich anschließend schon Ablehnungen erlebt)

Wenn Sie zu einem Rundgang eingeladen werden, wird man Ihnen den einen oder anderen Kollegen vorstellen.
Begegnen Sie ihnen natürlich, aber offen und freundlich! Zum einen legen Sie einen Grundstein für eine spätere gute Zusammenarbeit. Zum anderen kann der Eindruck, den Sie auf diese Menschen machen, das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung für ein Vertragsangebot sein!

Abschließend nochmals meine Ermutigung:

Auch ein Zweitgespräch ist keine Einbahnstraße. So wie man Sie prüft, sollten auch Sie kritische Fragen stellen.
Lesen Sie nochmals in Vorstellungsgespräch – Teil I nach.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei Ihren Entscheidungen die Freiheit haben, auch „nein“ sagen zu können.

Im anderen Fall könnten schon in der Probezeit Probleme entstehen, die Ihr Arbeitsverhältnis belasten. Die Auflösung eines Arbeitsvertrages ist für beide Seiten eine unangenehme Erfahrung.

Gibt es nun noch einen „heißen Tipp“, im Zweitgespräch besser als Ihre Wettbewerber zu sein?

Ja!

Den stelle ich Ihnen im kommenden Beitrag vor.

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