Das Vorstellungsgespräch – Teil III

Warum zwei Krawatten mitnehmen?

Krawatten

Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich einen Vorgesetzten, der gern wiederholte:

„Erfolge müssen organisiert werden!“

Das dazu auch eine Ersatzkrawatte gehören kann, beschreibe ich weiter unten.

Was können Sie beim Vorstellungsgespräch beeinflussen, um möglichst als Sieger „den Platz zu verlassen“?

Wir hatten ja festgestellt, dass Ihre Chancen bei 20 – 33% liegen.

A) Ihr äußeres Erscheinungsbild passt perfekt zum Anlass.

Lesen Sie dazu den Gastbeitrag von Frau Gisela Braune.

B) Organisieren Sie sich Ihre Anreise stressfrei

Erkundigen Sie sich schon im Vorfeld, wie es um die Parkmöglichkeiten bestellt ist. Oft schmilzt ein Zeitpuffer bei der Suche nach dem Parkplatz dahin.

Praxistip Nummer 1:

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen – je weiter die Anreise, umso zeitiger fahren Sie los. Ist der Weg kurz und Sie glauben, die Strecke zu kennen, dann wird es plötzlich knapp. Jede Ampel steht auf rot, eine Baustelle ist dort, wo gestern noch freie Fahrt war usw.

–> Starten Sie auch bei bekannten, nahen Zielen mit viel Zeitreserve! Ihre Nerven werden es Ihnen danken.

Am Ort des Vorstellungsgespräches angekommen, verschaffen Sie sich einen kurzen Eindruck. Schauen Sie, ob die örtlichen Gegebenheiten wirklich wie beschrieben sind. Dann suchen Sie sich ein Café oder bei schönen Wetter eine Gelegenheit im Grünen zum Entspannen.

Praxistipp Nummer 2:

Der geht an die Herren – sollten Sie sich für das Café entschieden haben, nehmen Sie eine zweite Krawatte mit.
Gerade wenn es nicht passieren soll, kommt es doch vor – der Kaffeefleck. So ein kleines Missgeschick kann unheimlich nervös machen – man hat das Gefühl, jeder fixiert diesen Fleck. Mir ist das einmal vor einem Kundentermin passiert. Darauf folgte mein teuerster Krawattenkauf aller Zeiten – auf dem Flughafen 🙁

Nachdem Sie etwas zur Ruhe gekommen sind, schalten Sie wieder auf „Attacke“ um:

Prüfen Sie die Vollzähligkeit Ihrer Unterlagen!

  • Kennen Sie noch die Namen aller angekündigten Gesprächspartner und deren Funktionen?
  • Lesen Sie sich nochmals die Stellenbeschreibung durch!
  • Vergegenwärtigen Sie sich den getätigten Schriftverkehr und die wesentlichen Inhalte des Telefoninterviews!
  • Gehen Sie Ihre vorbereiteten Fragen durch – fallen Ihnen dabei noch Ergänzungen ein?

Wichtig:

Sollten Sie es nicht schon am Vorabend gemacht haben, dann bringen Sie jetzt Ihre Kenntnisse über das Unternehmen auf den aktuellsten Stand! Ihre mobile Technik erlaubt es Ihnen, sich nochmals die Webseite des Unternehmens anzusehen.

Merken Ihre Gesprächspartner, dass Sie sich umfassend mit der Firma beschäftigt haben, haben Sie sich einen Vorteil verschafft.

  • Was sind die Meilensteine der Firmengeschichte?
  • Worauf ist das Unternehmen besonders stolz? (Ein sehr schönes Beispiel ist meine Buchempfehlung zur Boschgotthardshütte)
  • Mit welchen Problemen hat man gegenwärtig zu kämpfen?
  • Was sind die neuesten Produkte?
  • In welchen sozialen Bereichen engagiert man sich?

Und ganz wichtig

  • Welche Menschen stehen hinter diesen Erfolgen?

Wenn dann noch eine genannte Person am Vorstellungsgespräch beteiligt ist, können Sie mit Ihrem geschickt platzierten Wissen einen „Volltreffer“ landen.

So, jetzt aber auch nicht die Zeit aus den Augen verlieren. Es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie in letzter Minute zum Vorstellungstermin angehetzt kommen. Mehr als 15 min vor der Zeit ist aber auch unüblich. Zudem bauen Sie durch die lange Wartezeit in „der Höhle des Löwen“ unnötigen Stress auf.

Wenn sie den Empfangsbereich betreten, treffen Sie auf eine sehr wichtige Person – die (meist) Dame vom Empfang.

Unterschätzen Sie nicht, welchen Einfluss Ihr Verhalten gegenüber der Assistentin haben kann.

Manchmal zielgerichtet, in anderen Unternehmen zufällig, werden diese Personen von den Entscheidern nach dem Eindruck zum Bewerber gefragt. Und dann kommt es nicht gut an, wenn Sie im Vorstellungsgespräch den verständnisvollen Vorgesetzten darstellen. Die Assistentin hatte aber den Eindruck, sie wurde von Ihnen als billige Hilfskraft behandelt.

Seien Sie nett. Zeigen Sie, dass Sie für den freundlichen Empfang und jede Hilfe dankbar sind. Vermeiden Sie dabei Statements jeder Art über Personen aus dem Unternehmen oder von früheren Arbeitgebern. Erfahrene Assistenten kennen die Branche sehr gut.

Da Sie so pünktlich sind, wird man Sie in einen Wartebereich begleiten.

Ich weiß, zur Wartezeit kursieren unter einigen Bewerbern regelrechte Verschwörungstheorien. Diese werden u.a. im Theaterstück „Die Grönholm-Methode“ dargestellt: Man vermutet, schon zu diesem Zeitpunkt unter Beobachtung und Bewertung zu stehen.

Sie sollten die Situation ernst nehmen, aber auch nicht alles glauben, was über diese Wartesituation erzählt wird.

Einige befürchten versteckte Kameras, mit denen ihr Verhalten beobachtet wird. Das halte ich für übertrieben und habe so etwas in meiner Praxis nie erlebt. Ich bin der Meinung, dass dieses Risiko kaum ein Unternehmen eingehen wird. Der Datenschutz hat in Deutschland einen hohen Stellenwert.

Wenn mehrere Zeitungen zur Auswahl liegen, dann greifen Sie natürlich zur Wirtschaftspresse und nicht zu den Blättern mit den großen Buchstaben. Richtig konzentrieren werden Sie sich aber bestimmt nicht können.

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben.

Wenn das Unternehmen gut organisiert ist, wird pünktlich zum Zeitpunkt an die Tür geklopft. Eine nette Person begrüßt Sie nochmals und begleitet Sie zum Gesprächszimmer.

Was Sie jetzt noch beeinflussen können, dazu mehr in der nächsten Woche.

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