Aber ich will doch nicht „Klinken putzen“

Ich will nicht Klinken putzen

Gerade sind Winterferien, eine Zeit, in der in den Unternehmen oft die Bewerbungsverfahren zum Stehen kommen. Die Verantwortlichen sind nicht vollständig anwesend, daher vertagt man die Entscheidungen auf die Zeit nach dem Schulstart.

Auch ich möchte die Pause in unserem fiktiven Bewerbungsverfahren dazu nutzen, um ein Spezialthema einzuschieben:

Die Initiativbewerbung

In den vergangenen Tagen habe ich viele Bewerbertrainings durchgeführt. Bei einem der Gespräche bin ich kurz ins Stocken gekommen.

Wir sprachen über die Ansprache möglicher neuer Arbeitgeber. Mein Gesprächspartner hatte sich bisher sehr fleißig beworben, aber immer nur auf ausgeschriebene Stellen. Und das leider erfolglos.

Auf meinen Hinweis, doch einmal den Wirkungskreis zu vergrößern und neue Arbeitgeber initiativ anzusprechen, kam etwas schüchtern die Antwort:

„Aber das ist doch Klinken putzen?!“

Überrascht hielt ich inne.

Dann erinnerte ich mich an mein Prinzip, meine Beratungsteilnehmer ja dort „abzuholen“, wo sie mit Ihren Sorgen und Zweifeln gerade stehen.

Also konzentrierten wir uns auf das Thema „Initiativbewerbung“:

Sie kennen meine Auffassung – „Der Erfolg beginnt zwischen den Ohren“

Für Ihren Erfolg machen Sie sich daher klar:

→Wir leben in einer Marktwirtschaft → das Wort Arbeitsmarkt ist nichts Schlimmes → Sie suchen eine neue Stelle ↔ ein Arbeitgeber sucht einen neuen Mitarbeiter

Wenn sich beide treffen und einen (Arbeit)vertrag schließen, haben beide Seiten einen davon Nutzen

Sehen Sie sich daher nicht als Bittsteller!!

Wenn Sie diese Gedankenkette für sich geklärt haben, wird es Ihnen nicht mehr schwerfallen, für ihr eigenes Wohl aktiv zu werden.

Welche Vorteile haben Sie von Initiativbewerbungen?

  • Sie stellen sich nicht in einer langen Schlange mit weitgehend gleichwertigen Bewerbern an
  • Man erlebt Sie als eine aktive und selbstbestimmte Person
  • Ihre Bewerbung wird offener geprüft: Der Entscheider gleicht nicht nur ab, ob Sie die Anforderungen für die aktuell ausgeschriebene Stelle erfüllen. Er ist „gezwungen“ zu schauen, auf welche anderen Positionen im Unternehmen Sie mit Ihren Erfahrungen und Kenntnissen passen könnten.

Auch wenn man Ihnen nicht sofort eine freie Stelle anbieten kann:

Erfahrene Personaler haben einen Ordner (in Papier oder digital), in dem sie gute Kandidaten für den „Fall der Fälle“ ablegen.

Wenn ich Sie vom Nutzen der Initiativbewerbungen überzeugen konnte, stellen sich für Sie jetzt zwei Fragen:

1. Wo bewerbe ich mich?

2. Wie bewerbe ich mich?

Zur Beantwortung der ersten Frage möchte ich Sie auf meinen Artikel „Wo finde ich meinen Traumjob“ vom 22. September verweisen.

Besonders wichtig: Sprechen Sie mit vielen Menschen darüber, dass Sie sich beruflich verändern wollen/müssen!

„Abkapseln“ ist der falsche Weg.

Wie lösen Sie die Frage Nummer zwei für sich am Besten?

Haben Sie interessante Firmen gefunden, stellen Sie sich folgende Frage: Liegt Ihnen mehr der schriftliche oder der persönliche Erstkontakt?

Hier kann ich Ihnen keine allgemeingültige Empfehlung geben, „hören Sie auf Ihren Bauch“ und tun Sie nichts, bei dem Sie sich nicht wohlfühlen.

Praxistipps zur schriftlichen Initiativbewerbung:

  • Formulieren Sie eine kurze Betreffzeile, die nicht überlesen werden kann oder zum Löschen verleitet.
  • Stellen Sie in der Mail Ihr Anliegen kurz und eindeutig dar.

Erst im Anhang kommt das ausführliche Anschreiben (hier sollte Sie meinen Artikel „Der Mythos vom perfekten Anschreiben“ beachten) und der Lebenslauf. Wichtige Punkte zum Lebenslauf können Sie ebenfalls in einem früheren Artikel nachlesen –„Endlich die Bewerbung starten – der CV-Check“.

Zeugnisse sollten Sie noch nicht senden. Das bläht den Datenumfang unnötig auf. In so einer frühen Phase der Kontaktaufnahme bringt Ihnen das selten „Pluspunkte“.

Ihr Ziel ist es, bei Ihrer Kontaktperson Interesse zu erregen. Sie soll Lust haben, sich mit Ihrem Bewerberprofil zu beschäftigen. Oder es sehr einfach haben, den Vorgang an eine andere Person zu delegieren.

Natürlich können Sie auch noch die Papierform verwenden. Meine Erfahrung ist aber, dass Mails bevorzugt werden. Man kann sie bequem abspeichern und findet Ihr Profil über Suchfunktionen schnell wieder.

Zudem sparen Sie und das Unternehmen Kosten (Mappe, Papier, Porto …)

Praxistipps zur telefonischen Initiativbewerbung:

  • Erfragen Sie die wirklich verantwortliche Person, lassen Sie sich nicht von der Telefonzentrale o.ä. vorgelagerten Abteilungen „abspeisen“
  • Sie haben nur wenige Sätze, um Interesse zu wecken – bereiten Sie diese gut vor
  • Sprechen Sie lebendig und nicht wie ein Anrufautomat
  • Haben Sie Interesse wecken können, müssen Ihre Unterlagen in der gleichen Qualität wie oben beschrieben bereitstehen
  • Erfragen Sie die konkrete Mail-Adresse des Entscheiders, geben Sie sich nicht mit  „info@xxxx.yy“ o.ä. allgemeinen Adressen zufrieden

Und noch ein Tipp zum Abschluss:

Beginnen Sie Ihre Initiativbewerbungen nicht mit Ihrer „Traumfirma“. Üben Sie erst mit Unternehmen, die Ihnen nicht so wichtig sind.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei und denken Sie immer daran

-Scheitern ist keine Option-

P.S.

Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion unter dem Beitrag, um Ihre Erfahrungen mit den anderen Lesern zu teilen.

Jedem Schreiber eines Kommentars biete ich ein kostenloses Telefon- oder Video-Bewerbertraining mit einer Dauer von 15 min an!

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